Wera Wendnagel: »Mein Leben. Mein Erbe: die Freiwirtschaft«

Autobiografie. 350 S. Taschenbuch € 11,95; ISBN: 978-3-8459-2232-4; ferner: Großdruck; eBook (epub; PDF) u. Sonderdruck (Mini-Buch). Erscheint beim AAVAA-Verlag, Hohen-Neuendorf b. Berlin, 2017.

Eine Vorschau unter Neuerscheinungen beim Verlag …

Der Klappentext:

Eine Welt jenseits von Kapitalismus und Kommunismus – diese ökonomische Perspektive begleitete Wera Wendnagels Mutter durchs Leben und ließ sie einst der politischen Verfolgung durch die Nationalsozialisten trotzen. Das alternative Wirtschaftsmodell, das sie bewegte, ist auch in der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise hochaktuell.

»Letzte Politik« ist für das Mädchen Wera anfangs nur eine Art Denkspiel, das schon im Elternhaus der Großeltern aufkam und mit den Namen »Silvio Gesell« und »Freiwirtschaft« zusammenhängt. Ein Spiel, das bald von der politischen Verfolgung der Eltern und den Kriegsereignissen weggewischt wird, die Wera als junge Frau schließlich nach Argentinien verschlagen. Die Liebe führt sie nach Deutschland zurück. In politischen Diskussionen mit ihrer Mutter Marianne wird Wera mehr und mehr klar, dass es bei der »Letzten Politik« letztendlich ums globale Überleben geht: Das Konzept zielt auf nichts weniger als eine alternative Wirtschaftsordnung. Nach dem Tod ihrer Mutter schließt sich Wera Wendnagel den Anhängern Gesells an und wird Vorsitzende der »Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung« (INWO).

Summary:

Was ist Freiwirtschaft? – Ein Wirtschaftsmodell, das auf fließendem Geld, dem sogenanntem „Freigeld“ und Gemeineigentum an Boden, dem „Freiland“, aufbaut. Beide Begriffe gehen auf den argentinischen Kaufmann und Sozialreformer Silvio Gesell (1862–1930) zurück.
Freigeld ist umlaufgesichert und läuft daher stets gleichmäßig um. Erreicht wird dies durch eine Gebühr, die von Zeit zu Zeit auf Banknoten erhoben wird, damit das Geld wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt wird. Freigeld kann nicht mehr zur Wertaufbewahrung gehortet oder zur Spekulation missbraucht werden.
An die Stelle einer Belohnung durch Zinsen, wie bis heute üblich, tritt in der Freiwirtschaft die Umlaufsicherungsgebühr. Dafür entfallen die schädlichen Nebenwirkungen des Zinssystems, zum Beispiel das exponentielle Anwachsen der Vermögen durch den Zinseszins, das durch andauerndes Wirtschaftswachstum kompensiert werden muss.
Nach Einführung des Freiwirtschaftssystems wird also der kluge und auf Eigennutz bedachte Mensch nicht nur konsumieren, sondern auch spenden und für die Zukunft vorsorgen, das heißt sparen können. Denn mit einer Umlaufgebühr belastet wird nur das Festhalten an Bargeld und Guthaben auf Girokonten, nicht aber langfristig festgelegte Einlagen bei Banken und Sparkassen. Das jeweilige Geldinstitut muss in einem solchen Fall diese Kosten tragen, sofern es das Geld nicht in Form zinsloser Kredite weiterverleiht. Freigeld hat durch diese Maßnahmen eine berechenbare Umlaufgeschwindigkeit und wird immer schnell an jemanden, der etwas Sinnvolles damit machen will, verliehen. Das fördert Investitionen, bringt die Wirtschaft in Schwung, verhindert Warenstockungen, schafft gut bezahlte Arbeitsplätze, führt zu niedrigen Preisen und damit zu allgemeinem Wohlstand.
Zwei Experimente mit Freigeld gab es in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts – in Wörgl, Österreich, und in Schwanenkirchen, Deutschland. Beide Experimente verliefen sehr erfolgreich bis zu ihrem Verbot durch die jeweils zuständigen Landeszentralbanken. Als Fortsetzung dieser historischen Freigeldexperimente können die verschiedenen Formen des sogenannten Regiogeldes angesehen werden, die zur Förderung von lokalem und umweltschonendem Handel eingesetzt werden.
Freiland – Um die Flucht des Geldes in Bodeneigentum zu verhindern, verband Gesell mit seiner Geldreform (Freigeld) auch eine Bodenreform (Freiland). Er dachte keineswegs an die Enteignung von Landbesitz. In der Freiwirtschaft bedeutet Bodenreform vielmehr, dass aller Boden gegen volle Entschädigung seiner bisherigen Eigentümer in öffentliches Eigentum überführt werden soll, zum Beispiel in das Eigentum von Gemeinden. Die bisherigen Eigentümer behalten dabei das Nutzungsrecht an ihren Grundstücken gegen Entrichtung einer regelmäßig wiederkehrenden Nutzungsabgabe an die öffentliche Hand. So wird Eigentum an Boden mit dessen privater Nutzung verbunden. Boden in bis dahin öffentlichem Eigentum, sofern er nicht ausdrücklich für öffentliche Zwecke gebraucht wird, soll an die Meistbietenden zur Nutzung vergeben werden; Einnahmen aus der Nutzungsabgabe für Bodeneigentum sollen nach freiwirtschaftlichen Vorstellungen gleichmäßig als eine Art Grundeinkommen an alle Bürgerinnen und Bürger verteilt werden. Denkbar wäre auch eine Verwendung für Umweltschutzmaßnahmen.
Resumee – Seit Beginn der Wirtschaftskrise 2009 wird die Idee des umlaufgesicherten Geldes nach Gesell in Fachkreisen wieder thematisiert, womit auch das allgemeine Interesse an der Freiwirtschaft zusehends wächst.

Leseprobe: Mein Leben. Mein Erbe: die Freiwirtschaft – mit freundlicher Genehmigung des Verlags [eBook-/ PDF-Auszug] …

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